Maria Kobler-Wyer
Wallisertitsch mit Peter Stucky: «Das Wallis ist fast konkurrenzlos»
Habt ihr unser «Wallisertitsch»-Video zum Internationalen Tag der Muttersprache auf Instagram oder Tiktok gesehen? In diesem Blogbeitrag stellen wir den Mann aus dem Video vor: Peter Stucky von der Bettmeralp. Ausserdem kannst du testen, wie gut du den Dialekt verstehst.
Am Internationalen Tag der Muttersprache, einem von der UNESCO ausgerufenen Gedenktag zur «Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit», haben wir auf Instagram ein Video mit walliserdeutschen Sätzen veröffentlicht. Gesprochen wurden die Sätze von einem waschechten «Bättmi» – Peter Stucky. Verschteisch sus?
Peter Stucky ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder und Grossvater eines zweieinhalbjährigen Enkels. «Mit ihm fahre ich nachher Ski», sagt der 75-Jährige beim Gespräch. Schon immer ist Peter gern skigefahren und geklettert. Deshalb liess er sich 1973 zum Skilehrer ausbilden und zwei Jahre später zum Bergführer – wie bereits sein Vater.
«Ich habe mir geschworen, da gehe ich nie mehr weg»
«Ich habe immer gern unterrichtet, mit den Leuten geredet und ihnen die Natur erklärt», sagt er. Er war viel auf dem Gletscher und im Aletschwald unterwegs. Noch heute ist er gern auf dem Aletschgletscher.
Peter lebte als Kind mit seiner Familie im Winter im Dorf in Betten, im Sommer auf der Bettmeralp. Nach der Handelsschule verbrachte er ein Jahr in England. Dort war es oft neblig. Als er nach seinem Rückflug in Kandersteg ankam, regnete es. «Auf der anderen Seite des Lötschbergtunnels schien die Sonne», erzählt Peter. «Da habe ich mir geschworen, ich gehe hier nie mehr weg.»
«Das Riederhorn ist mein Kraftort»
Das Wallis sei von der Natur her super mit den Weinbergen und den Viertausendern. «Das ist einmalig, fast konkurrenzlos», schwärmt Peter. Sein Lieblingsplatz in der Aletsch Arena ist auf dem Riederhorn. «Weniger Leute, der Blick auf den Gletscher und die Gipfel rundum – für mich ist das mein Kraftort.»
Besonders schön findet er auch den Walliser Dialekt. «Das Walliserdeutsch hat sich seit dem 12. Jahrhundert nicht verändert», sagt er. «Die Leute waren in den Bergen eingekesselt, jedes Dorf hat seinen eigenen Dialekt.» Als ehemaliger Skilehrer weiss er, welche walliserdeutschen Wörter bei den Gästen auf Unverständnis stiessen: «Embri, embrüf, emuber, emacha – hinunter, hinauf, hinüber, herüber.» Und er fügt hinzu: «Schwierig war für die Gäste auch das Wort Löwwänägfaar. Sie hörten nicht gern, wenn ich sagte, dass Lawinengefahr herrscht.»
Auf die Frage nach seinem Lieblingswort weiss Peter zunächst keine Antwort. Als er erzählt, dass bei der Clubmeisterschaft jeweils Skilehrer und ein paar «Göicha» mitgemacht hätten, sagt er mit einem Schmunzeln: «Ich glaube, Göich benutze ich noch oft. Aber nicht im Sinn von Dummkopf, ich meine es liebevoll.»
Wie gut verstehst du Walliserdeutsch?
Und, hast du alle Sätze im Video verstanden? Hier kommt die Auflösung:
Internationaler Tag der Muttersprache
Die UNESCO hat den Internationalen Tag der Muttersprache als Gedenktag zur «Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit» ausgerufen. Seit dem Jahr 2000 wird der Tag am 21. Februar begangen.
Gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen sind bedroht. Der jährliche Gedenktag wird genutzt, um die Aufmerksamkeit auf Minderheitensprachen mit weniger als 10'000 Sprechenden zu lenken.
Die UNESCO setzt sich auf für den Schutz aussergewöhnlicher Naturstätten ein. Dazu gehört die Aletsch Arena als Teil des UNESCO-Welterbes Jungfrau-Aletsch. Hier erfährst du mehr darüber.
Maria Kobler-Wyer
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